Mittwoch, 14. Oktober 2009

das problem mit dem herbst

das problem mit dem herbst ist, kaum freut man sich über ihn, über die letzten wärmenden sonnenstrahlen und die bunten blätter, ist er auch schon wieder vorbei. drei wochen herbst und schon ist quasi winter. ok, ich muss zugeben, winter fängt für mich an, wenn man plötzlich worte wie "bodenfrostgefahr", "null grad" oder "temperaturen um den gefrierpunkt" hört. vielleicht bin ich da auch etwas zimperlich, aber herbst ist für mich was anderes, der herbst hat noch was warmes. die bäume vor meiner tür stimmen mir da übrigens zu, die sind ja größtenteils noch grün (ui, so viele umlaute in einem satz!!).
und wo wir schon dabei sind, die jahreszeiten sind generell irgendwie ungerecht verteilt, wieso bekommt nicht jede drei monate? wie kommt dieser fiese möpp von winter eigentlich dazu, sich fast ein halbes jahr unter den eiskalten nagel zu reißen?

Montag, 28. September 2009

urbane höflichkeit

mein gott sind wir unhöflich geworden.
wir haben gerade einen 1.600 km ritt hinter uns und insbesondere die autofahrer haben jede höflichkeit verloren. ich spreche jetzt garnicht von dränglern oder anderen hektischen menschen, ich spreche von stausituationen, baustellen und ähnlichem. da können wir uns alle von den truckern eine dicke fette scheibe abschneiden. ich musste mit bedauern feststellen, dass sich heute niemand, und ich meine wirklich absolut niiiiiiiemand mehr bedankt, wenn man ihn in eine lücke lässt, für ihn eine vollbremsung hinlegt, weil man seine stoßstange dann doch nicht in den rücksitz schieben will, aufblendet, weil man ihm signalisieren will, dass man gerne langsamer fährt, damit er hinter dem lkw raus kommt um diesen zu überholen. all diese dinge werden kommentarlos hingenommen. unter lkw-fahrern findet in solchen situationen eine blink-fanfare statt. so viel will ich ja garnicht. aber ist es wirklich so schwer, mal die hand zu heben und zu signalisieren, dass man die geste als solche wahrgenommen hat?
ich plädiere für mehr höflichkeit im straßenverkehr!!!!! laut und mit lichthupe und blink-fanfare und zum himmel gestreckten armen!

und wo wir grade bei dem 1.600 km ritt sind: kann mir vielleicht einer von euch erklären, warum sich manche menschen kleine figuren mit den namen ihrer kinder auf die heckscheibe kleben?

Montag, 20. Juli 2009

kommunikation

sie: aber die waren wirklich voll schön! so rosa-orange!
er: -----
ich habe noch nie ein so ausdrucksloses gesicht gesehen, das gleichzeitig so darauf konzentriert war, möglichst ausdruckslos zu kucken

Sonntag, 19. Juli 2009

meine stadt

eigentlich wollte ich nur kurz ein buch in charlottenburg abholen. auf der strecke zwischen meiner wohnung und dem hugendubel in der tauentzienstr. liegt eine bahnfahrt von einer knappen halben stunde und vorher und nachher ein bisschen fußweg. auf diesem bischen vorher-fußweg bin ich über einen tatort gestolpert
tatort
habe eine frau dabei beobachtet, wie sie ihrem schäferhund seine bernsteinkette ausgezogen hat (da konnte ich das handy leider nicht schnell genug zücken), habe einen faulen, aber kreativen hundebesitzer gefunden
hund2
habe einen hund gesehen, der mit dem zufriedensten gesichtsausdruck, den ein hund haben kan auf einem winzigen stück grün gegen ein schild mit der aufschrift "für hunde verboten" pinkelte (auch da war ich leider nicht schnell genug) und habe die scheußlichste ernst gemeinte perrücke meines lebens gesehen.
ich liebe meine stadt!

Montag, 22. Juni 2009

DIY

56_CUT_2009_01_blog

gestern habe ich ein tolles und nagelneus magazin geschenkt bekommen. CUT. leider aus einer münchner schmiede, sonst hätte ich mich direkt mal vorgestellt, aber nichtsdestotrotz ein tolles magazin. es richtet sich an die menschen, die kreativ und handwerklich begabt sind und an die, die es werden wollen. do it yourself steht auf der fahne und im ersten heft sind gleich mal drei schnittmuster mit bebilderter anleitung enthalten, mit denen sich jeder was tolles schneidern kann. für den anfänger ein schal, für den etwas mutigeren eine umhängetasche und für die ganz wagemutigen oder fortgeschrittenen schneiderlein ein kleid. tolle sache. tolles magazin. sehr liebevoll gestaltet und hoffentlich, trotz sterbender printmedien, auf einem aufsteigenden ast!

Montag, 8. Juni 2009

seltsames verhalten im straßenverkehr

ich bin mir ehrlich gesagt nicht so ganz sicher, dass diese fest installierten blitzanlagen, die man als verkehrsteilnehmer ja offensichtlich sehen SOLL, ihren zweck erfüllen. wenn sie blitzen, dann erfüllen sie mit sicherheit ihren zweck, keine frage, aber als abschreckungs- oder warninstrumente verfehlen sie diesen. die sichtung eines dieser dezent am straßenrand errichteten monstren führt nicht selten zu fast schon unkontrolliertem bremsen, völlig egal, wie schnell man vorher gefahren ist. kann unter umständen schon zu brenzligen situationen führen. eine ähnliche wirkung haben streifenwagen. da traut man sich im stadtverkehr ja nicht mal mit 55 km/h dran vorbei. die unvorbereitete kontaktaufnahme (gehen wir mal von etwas harmlosen wie sichtkontakt aus) fördert, ähnlich wie blitzanlagen, die seltsamsten fahrkünste zutage. schlagartig bewegen sich die hände, die bisher irgendwo lässig im auto rumlagen, auf zehn und zwei uhr, der blick geht starr geradeaus (bloß keinen blickkontakt herstellen, denn was ich nicht sehe ist ja bekanntlich auch nicht da). schnell nochmal überprüfen, ob ich auch angeschnallt bin, schweißausbrüche, die gedanken wandern von der am rand leicht abblätternden tüv-plakette, über den tacho zur musikanlage (wie stelle ich die musik leiser ohne die hände von zwei und zehn uhr wegzubewegen?). der blick zurück auf den tacho, nach vorne, wieder auf den tacho, vorbildlich einen blick in jeden erdenklich spiegel und wieder zurück zum tacho und schnell wieder nach vorne. am besten irgendwie entspannt und gelichzeitig konzentriert aussehen. das ist doch kein normales fahrverhalten! das schlimmste daran ist eigentlich, dass man, da man sich ja nun zwanghaft an alle verkehrsvorschriften hält, möglicherweise noch ewig neben der streife her fährt. da klingelt das handy - ein alptraum.

Donnerstag, 4. Juni 2009

neues aus den öffentlichen

heute hatte ich mal wieder eine dieser interessanten begegnungen in der s-bahn. naja, interessant ist vielleicht übertrieben und begegnung wahrscheinlich auch. am ostbahnhof stiegen fünf, ich möchte mal sagen eigenwillig gekleidete menschen mit jeweils einem hund ein. mir schräg gegenüber nahm ein herr platz, der 4 blau gefärbte dreads auf dem mittelpunkt seines kopfes thronen hatte und seinen gürtel mit dem halsband des hundes getauscht hatte, ohne das halsband jedoch zweckzuentfremden. ich persönlich hätte meinem hund, nachdem ich mich hingesetzt hätte vielleicht so etwas wie "sitz" oder "platz" zugeflüstert. der nette herr mir gegenüber sagte: "arsch runter!! ey! arsch runter!" nachdem der hund nach erneutem druck auf seinen "arsch" selbigen gen boden bugsiert hatte und sehnsüchtig zu einem anderen hund, etwa drei meter entfernt, blickte, fauchte ihn der nette herr mit den blauen haaren an: "vergiss es - der is zu hässlich für dich!"
habe ich schon erwähnt, dass ich manchmal unheimlich gerne mit der s-bahn fahre?

Samstag, 9. Mai 2009

mit 15 dachte ich still . . .

wie schön, dass wir in einer so vielfältigen welt leben. 15-jährige sind nicht einfach 15-jährige! einerseits wird "dank an einer initiative" (vielen dank auch!!!) für die schüler der eberhard-klein-oberschule (!) quasi die gesamte skalitzer straße zum verkehrsberuhigten bereich, sodass man von kreuzberg nach firedrichshain nur noch mit tempo 30 kommt. scheinbar verleitet der direkt gegenüber der schule liegende mc donalds die schüler, von unstillbarer fettsucht angetrieben, zu panikartigen überquerungsversuchen der skalitzer straße. und da ampeln in berlin kein zuverlässiges verkehrshilfmittel sind muss 30 gefahren werden, damit die armen kinder auf dem weg zum ranzigen frittierfett nicht von rasenden autofahrern erwischt werden.
andererseits scheinen die 15-jährigen berliner aber doch für recht zurechnungsfähig gehalten zu werden. während sie also auf wilmersdorfer spielplätzen hunderte verkaufsfertige päckchen kokain und heroin im sand verbuddeln, wird am anderen ende der stadt der verkehr für sie beruhigt.
what a wonderful world!

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